Weiche Kontaktlinsen
Ein Grundprinzip, viele Möglichkeiten
1-Tageslinsen
Einstärken und Gleitsicht
- optimal zum Wechseln zwischen Brille und Kontaktlinse! Günstige Lösung, wenn sie nicht mehr als 1-2 mal in der Woche getragen werden
- Wegwerfsystem / div. Materialien
- keine Aufbewahrung/Pflege notwendig
2-Wochenlinsen
Einstärken und Gleitsicht
- optimal zum Wechseln zwischen Brille und Kontaktlinse!
- hochsauerstoffdurchlässig
- bei Problemen mit Ablagerungen
- vor allem bei Abweichungen von den Standardparametern
- Sport
- Aufbewahrung/Pflege über Nacht notwendig
6-Monatslinsen
Einstärken und Gleitsicht
- wenn Sie vorhaben, Ihre Kontaktlinsen jeden Tag zu tragen ist das die wohl beste Lösung
- gutes Preis/Leistungsverhältnis / div. Materialien
- Aufbewahrung/Pflege über Nacht notwendig
1-Jahreslinsen
Einstärken und Gleitsicht
- vor allem bei Abweichungen von den Standardparametern
- Aufbewahrung/Pflege über Nacht notwendig
- bei optimaler Pflege länger tragbar
- individuelle Anpassung notwendig
Formstabile Linsen — so individuell wie Ihr Auge
Der Großteil der Kontaktlinsenträger ist heute mit weichen Tauschsystemen versorgt. Doch auch formstabile Kontaktlinsen haben durchaus ihre Berechtigung.
Formstabile Kontaktlinsen haben eine feste, genau definierte Form, sind aber biegsam und flexibel (daher ist der Begriff harte Kontaktlinsen nicht mehr angebracht). Die modernen Materialien sind sehr sauerstoffdurchlässig, wodurch sehr lange Tragezeiten ermöglicht werden.
Die heutigen formstabilen Kontaktlinsen haben an Komfort und Verträglichkeit gewonnen und sind den "weichen" Linsen heute in vielen Punkten überlegen. Allerdings besteht bei starkem Wind oder staubiger Umgebung eine erhöhte Gefahr, dass Fremdkörper unter die Linse gelangen. Insgesamt ist der immer noch zu begegnenden schlechteren Akzeptanz gegenüber formstabilen Kontaktlinsen entgegenzuhalten, dass lange Eingewöhnungszeiten und tränende Augen nur noch auf veraltete Linsentypen zutreffen.
Die Wahl zwischen formstabilen oder weichen Kontaktlinsen ist auch abhängig von den Gewohnheiten des Trägers. Bei viel Computerarbeit zum Beispiel hat eine formstabile Linse oft Vorteile, während bei staubigen Arbeiten auf Grund verstärkter Spürbarkeit eher davon abzuraten ist.
Da sie einen sehr viel geringeren Wassergehalt als Weichlinsen haben, trocknen sie bei trockenem Auge teilweise nicht so schnell aus. Die Spontanverträglichkeit der Weichlinse ist sicher besser, die formstabile Linse ermöglicht jedoch oftmals eine genauere und stabilere Korrektion.
Keratokonus und unregelmäßige Hornhaut
Hilft eine Brille oder Weichlinse nicht mehr weiter, weil die Hornhautoberfläche unregelmäßig ist (z. B. bei Hornhautnarben oder Keratokonus), liefert eine formstabile Kontaktlinse oftmals weit bessere Ergebnisse der Sehleistung, da diese Unregelmäßigkeiten überbrückt werden können.
Bis heute wissen viele nicht, dass eine Gleitsichtkorrektion auch mit Kontaktlinsen möglich ist — als Ergänzung zur Brille mit Tages- oder Monatslinsen ebenso wie als weiche oder formstabile Halbjahres- oder Jahreslinse.
Die Linsenkorrektion ist dabei nur bedingt mit der Brillenkorrektion vergleichbar. Bei der Brille sind die Bereiche im Glas aufgeteilt: oben der Fernbereich, nach unten der Verlauf zur Nahstärke, seitlich teilweise Randverzerrungen. Man ist dadurch stärker von Kopfhaltung, Körperhaltung und Blickrichtung abhängig — bekommt im vorgesehenen Bereich dafür ein bestmöglich kontrastreiches Bild.
Bei Kontaktlinsen wird meist ein simultanes Gleitsichtdesign verwendet: Je nach Anpassart liegt ein Fern- oder Nahbereich im Zentrum der Linse und ändert sich ringförmig nach außen. Auf beiden Augen entsteht zeitgleich ein Fern- und ein Nahbild, und das Gehirn lernt, den benötigten Seheindruck auszuwählen. Der Vorteil: Sie sind von der Blickrichtung unabhängig. Bei schlechtem Licht kann es dafür zu Kontrastverlusten kommen.
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Häufige Fragen
Kann jeder Kontaktlinsen tragen?
Die meisten Menschen ja, aber nicht jedes Auge verträgt jedes System. Trockene Augen, Allergien, die Hornhautform und Ihr Alltag spielen hinein. Genau das klären wir in der Anpassung — mit Messung, Probelinsen und einer Kontrolle nach dem Probetragen.
Wie lange dauert eine Kontaktlinsen-Anpassung?
Die Ersttermine dauern jeweils rund 60 Minuten. Dazwischen tragen Sie Probelinsen im Alltag — erst dann zeigt sich, ob Sitz und Verträglichkeit wirklich stimmen. Eine Anpassung ist deshalb kein einzelner Termin, sondern eine Begleitung über einige Wochen.
Kann ich mit Kontaktlinsen schlafen?
Mit gewöhnlichen Linsen nicht — die Hornhaut braucht nachts Sauerstoff. Es gibt allerdings ein System, das genau dafür gemacht ist: Ortho-K-Linsen werden im Schlaf getragen und tagsüber herausgenommen.
Brauche ich auch mit Kontaktlinsen eine Brille?
Ja, wir empfehlen das immer. Bei einer Reizung, einer Erkältung oder einem langen Abend brauchen die Augen eine Pause — und dann sollte eine aktuelle Brille bereitliegen.