Gut zu wissen
Gleitsicht verstehen
Sechs Dinge, die Sie vor dem Kauf wissen sollten — vom Messen bis zu dem, was kein Glas leisten kann.
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Glas
Die Qualitätsstufe
Vier Stufen von Basic bis Individuell. Je höher die Stufe, desto breiter der klare Kanal und desto schmaler die unscharfen Ränder. Die höchste Stufe wird auf Ihre Augen, die gewählte Fassung und die Trageposition gerechnet — dieselbe Stärke, mehr nutzbares Glas.
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Anpassung
Zentrierung und Messung
Pupillendistanz und Einschleifhöhe auf einen halben Millimeter genau. Ein Millimeter daneben heißt Unschärfe oder Schwindel. Dazu Scheitelabstand, Vorneigung und Fassungsscheibenneigung, die gemessen und ins Glas eingerechnet werden.
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Stärke
Korrektur und Addition
Die häufigste Reklamation bei Gleitsicht ist die Stärke. Deshalb messen wir Ferne, Nähe und den Bereich dazwischen genau — und suchen nicht den rechnerisch richtigen Wert, sondern den, mit dem Sie am angenehmsten sehen. Je höher die Addition, desto enger die Nahzone — früh einzusteigen zahlt sich aus. Ausschlaggebend ist auch, ob jemand kurz- oder weitsichtig ist: Danach richtet sich, wie wir den Fernwert festlegen.
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Fassung
Größe und Sitz
Mindesthöhe 28 bis 30 mm, besser über 32 mm. In einer zu flachen Fassung bleibt für die Sehzonen schlicht kein Platz. Genauso wichtig ist, wie die Fassung sitzt: ein Hornhautscheitelabstand (HSA) um 12 bis 14 mm, eine Vorneigung (Inklination) um 8 bis 12 Grad, der passende Fassungsscheibenwinkel — und sie darf nicht rutschen. Sonst liegen die Sehzonen nicht dort, wo das Auge hinschaut.
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Erwartung
Was Sie erwarten dürfen
- Scharfes Sehen in Nähe, Mitte und Ferne
- Eingewöhnung in ein bis drei Wochen — meist reichen zwei, wenn Sie die Brille regelmäßig tragen
- Die Sehzonen werden nach kurzer Zeit unbewusst gefunden
- Mehr Komfort als zwei getrennte Brillen
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Grenzen
Was kein Glas leisten kann
- Keine Randunschärfen — die sind physikalisch unvermeidbar
- Sofort perfektes Sehen ohne jede Eingewöhnung
- Seitliches Sehen wie mit einem Einstärkenglas
- Eine Brille, die gleichzeitig für Sport und Bildschirmarbeit ideal ist
Zum Ausprobieren
Was im Gleitsichtglas passiert
Ein Gleitsichtglas hat keinen Schalter zwischen Ferne und Nähe — die Stärke läuft fließend durch. Das hat einen Preis: Neben dem klaren Kanal bleibt seitlich immer ein unscharfer Bereich. Wie breit der Kanal ausfällt, entscheiden drei Dinge. Probieren Sie es aus.
Die Zeichnung zeigt Verhältnisse, keine Millimeter. Wie Ihr Glas tatsächlich ausfällt, hängt von Ihrer Stärke, der Fassung und der Anpassung ab — und die Anpassung ist der Punkt, an dem aus einem guten Glas eine gute Brille wird.
Ihr Ergebnis
mittlerer Sehkanal
- Addition
- Glasqualität
- Progressionslänge
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Häufige Fragen
Muss man sich an eine Gleitsichtbrille gewöhnen?
Meistens ja, und in der Regel geht es schnell — oft einige Tage, gelegentlich zwei bis drei Wochen. Wichtig ist, die Brille in dieser Zeit durchgehend zu tragen und nicht zwischendurch zur alten zu greifen. Wenn es nach dieser Zeit nicht passt, kommen Sie bitte zu uns.
Warum sind Gleitsichtgläser so unterschiedlich teuer?
Weil sich die nutzbaren Sehbereiche stark unterscheiden. Einfache Designs haben schmale Korridore und stärkere Randunschärfen, individuell gerechnete Gläser berücksichtigen Ihre Fassung, Ihren Augenabstand und Ihre Kopfhaltung.
Kann ich mit Gleitsichtbrille Auto fahren?
Ja — im Gegenteil, für den Straßenverkehr sind Gleitsichtgläser gut geeignet, weil Ferne, Armaturenbrett und Navigationsgerät abgedeckt sind. Wichtig ist die sorgfältige Anpassung und eine Fassung, die groß genug ist.
Deckt meine Gleitsichtbrille alle Sehbereiche perfekt ab?
Nein — und das ist keine Schwäche des Glases, sondern seine Bauart.
- Wer gern im Liegen liest, ist mit einer Lesebrille bequemer dran: Ihr Sichtbereich ist größer.
- Beim Sport kann eine Gleitsichtbrille störend sein.
- Im Liegen fernzusehen ist schwierig, weil der Blickwinkel in die Ferne ein anderer ist.
- In vielen Situationen braucht es eine Kopfbewegung, um in den richtigen Bereich zu kommen — auf der Stiege etwa oder vor einem Schaufenster.
Kann ich am Bildschirm damit arbeiten?
Jein.
- Der Bereich für den Computer (60 bis 80 cm) liegt im mittleren Segment des Gleitsichtglases. Scharf zu sehen erfordert dort ein leichtes Anheben und Mitdrehen des Kopfes.
- Ein Tipp: Stellen Sie den Bildschirm möglichst weit unten auf und vergrößern Sie den Arbeitsabstand.
- In den meisten Fällen empfiehlt es sich jedoch, eine eigene Bildschirmbrille zu verwenden.
Ich lese viel. Geht das mit der Gleitsichtbrille?
Jein.
- Lesen ist kein Problem. Längeres Lesen, besonders im Liegen, kann wegen des kleineren Sichtfeldes und der Lage des Lesebereichs anstrengen.
- Das ist keine Unverträglichkeit: Blick- und Kopfbewegungen gehören zum Glasdesign mit mehreren Stärkenbereichen dazu.
Um herauszufinden, wo die Gleitsichtbrille für Sie funktioniert und wo nicht, ist es sinnvoll, sie zuerst in verschiedenen Situationen zu erproben — und sie dann gezielt mit einer weiteren Brille zu ergänzen.